Tierra del Fuego - Das Ende der Welt
Buenos Aires, 27.11.2009
Ich war am Ende der Welt und das Gute vorweg: Es ist noch da!
Von Punta Arenas ging es mit dem Bus weiter Richtung Süden. Während der 10 stündigen Fahrt überquerte ich zunächst mit der Fähre die Magellanstraße nach Feuerland. Die größte Insel Südamerikas.
Ihren Name bekam die Insel von den ersten europäischen Seefahrern, die an der Küste viele Feuer der indianischen Ureinwohner sahen und damit auf diesen orginellen Namen kamen.
Von hier aus sind es noch ungefähr 3500 Kilometer bis zum Südpol, wer verrückt genug ist und über genug Kleingeld verfügt, besteigt in Ushuaia eine Fähre oder bucht einen Segeltrip um Kap Horn.
Die Kollonialisierung dieses Teil von Amerika fand noch systematischer und brutalter statt, als in anderen Gebieten und führte zu vollständigen Ausrottung der Ureinwohner.
Das Land ist bestens geeigenet um Schafe zu züchten, die Siedler zäunten ihre Felder großzügig ein und nahmen den normadisch lebenden Selk´nam ihre Lebensgrundlagen. Diese wiederrum sahen in den Schafen ein leichter zu jagendes Wild und erlegten die Wolltiere mit Pfeil und Bogen. Eine willkommenen Begründung, die Ureinwohner zum "Abschuss" frei zu geben. Hinzu kamem die christlichen Missionen, die aus den "Wilden" "Gläubige" machen wollten, und zwar mit allen Mitteln.
Ich war am Ende der Welt und das Gute vorweg: Es ist noch da!
Von Punta Arenas ging es mit dem Bus weiter Richtung Süden. Während der 10 stündigen Fahrt überquerte ich zunächst mit der Fähre die Magellanstraße nach Feuerland. Die größte Insel Südamerikas.
Ihren Name bekam die Insel von den ersten europäischen Seefahrern, die an der Küste viele Feuer der indianischen Ureinwohner sahen und damit auf diesen orginellen Namen kamen.
Von hier aus sind es noch ungefähr 3500 Kilometer bis zum Südpol, wer verrückt genug ist und über genug Kleingeld verfügt, besteigt in Ushuaia eine Fähre oder bucht einen Segeltrip um Kap Horn.
Die Kollonialisierung dieses Teil von Amerika fand noch systematischer und brutalter statt, als in anderen Gebieten und führte zu vollständigen Ausrottung der Ureinwohner.
Das Land ist bestens geeigenet um Schafe zu züchten, die Siedler zäunten ihre Felder großzügig ein und nahmen den normadisch lebenden Selk´nam ihre Lebensgrundlagen. Diese wiederrum sahen in den Schafen ein leichter zu jagendes Wild und erlegten die Wolltiere mit Pfeil und Bogen. Eine willkommenen Begründung, die Ureinwohner zum "Abschuss" frei zu geben. Hinzu kamem die christlichen Missionen, die aus den "Wilden" "Gläubige" machen wollten, und zwar mit allen Mitteln.
Die Landschaft veränderte sich ununterbrochen. Von hügeliger Graslandschaft, durch windschiefe Wälder hin zu schneebedeckten Bergen und teifblauen Fjorden.
Zwischendurch der Grenzübergang von Chile nach Argentinien.
Nachdem ich den Bus in Rio Grande wechselte, tauchte dann endliche Ushuaia vor mir auf: Die südlichste Stadt der Welt, this is the end of the world as we know it!
Zwischendurch der Grenzübergang von Chile nach Argentinien.
Nachdem ich den Bus in Rio Grande wechselte, tauchte dann endliche Ushuaia vor mir auf: Die südlichste Stadt der Welt, this is the end of the world as we know it!
Der Fischerort hat mehr Charme, als man vielleicht vom letzten Ort der Welt erwarten würde. Allerdings ist alles sehr touristisch, aber die Lage zwischen hohen Bergen und dem Canal Beagel hat einen besonderen Reiz. Beinahe wähne ich mich in einem schweizer Skiort und die Preise bestätigen dieses Gefühl.
Nachdem ich in ein Hostel eingecheckt hatte, erkundete ich den Ort und buchte für den nächsten Tage eine Bootstour.
Nachdem ich in ein Hostel eingecheckt hatte, erkundete ich den Ort und buchte für den nächsten Tage eine Bootstour.
Das Wetter am "fin del mundo" kann stündlich wechseln und das tat es auch. Der Morgen begann sonnig und frühlingshaft, dann zogen Wolken auf und der Himmel öffnete sich für heftigen Regen und Wind.
Leider zu windig für meine geplante Bootstour auf einem kleinen Schiff und so entschied ich mich, einen größeren Katamaran zu besteigen und von dort die Tier- und Planzenwelt dieses Fleckchens Erde zu erkunden.
Immerhin hatte bis dahin der "Sommer" zu uns gefunden und es wurde warm, mit blauem Himmel.
Leider zu windig für meine geplante Bootstour auf einem kleinen Schiff und so entschied ich mich, einen größeren Katamaran zu besteigen und von dort die Tier- und Planzenwelt dieses Fleckchens Erde zu erkunden.
Immerhin hatte bis dahin der "Sommer" zu uns gefunden und es wurde warm, mit blauem Himmel.
Die Seelöwen- und Kommorankolonien auf den vorgelagerten Felseninseln boten ein faszinierendes Bild. Die Tiere liegen in der Sonne und hin und wieder erheben sie sich entweder in die Lüfte oder gleiten eleganter als erwartet in kalten Wasser.
Die Kommorane sehen von weitem wie Pinguine aus, bis sie dann plötzlich in den Himmel aufsteigen.
Die Kommorane sehen von weitem wie Pinguine aus, bis sie dann plötzlich in den Himmel aufsteigen.
Die schnellen Wetterwechsel zeigten sich beeindruckend am südlichsten Leuchtturm der Welt, dem Wahrzeichen Ushuaias. Sekundenschnell zog der Himmel zu und bei unserer Rückkehr in den Hafen schneite es sogar.
Leider musste ich am nächsten Tag schon weiter, da ich nur für diesen Tag einen Flug bekommen konnte.
So kletterte ich gestern in einen Flieger nach BA, die Hauptstadt, die nie schläft.
Hier ist mir mein Wetterglück treu und es regnet, also werde ich ein wenig ausruhen und meine kleine Erkältung pflegen, bevor ich mich in den Trubel dieser Stadt stürze und weiter Pläne schmiede.
Leider musste ich am nächsten Tag schon weiter, da ich nur für diesen Tag einen Flug bekommen konnte.
So kletterte ich gestern in einen Flieger nach BA, die Hauptstadt, die nie schläft.
Hier ist mir mein Wetterglück treu und es regnet, also werde ich ein wenig ausruhen und meine kleine Erkältung pflegen, bevor ich mich in den Trubel dieser Stadt stürze und weiter Pläne schmiede.
Auf der Magellanstraße
Punta Arenas 23.11.2009
Jede Welle schlägt mir ins Kreuz. Von den Wellenkämmen erhoben, der Magen hüpft, in die Wellentäler fallend, die Gischt spritzt über das Boot. Ich bin auf einem kleinen Speedboot auf dem Weg zur Isla Magdalena, einer kleinen, kargen Felseninsel vor Punta Arenas, auf der Pinguienkolonien leben. Dicht über den Wellen zeigen unzählige Seevögle ihr Können und gleiten meisterhaft über die stürmische See. Die Wellen kommen in so kurzen Abständen, dass es fast scheint, als brechen sie in alle Richtungen.
Jede Welle schlägt mir ins Kreuz. Von den Wellenkämmen erhoben, der Magen hüpft, in die Wellentäler fallend, die Gischt spritzt über das Boot. Ich bin auf einem kleinen Speedboot auf dem Weg zur Isla Magdalena, einer kleinen, kargen Felseninsel vor Punta Arenas, auf der Pinguienkolonien leben. Dicht über den Wellen zeigen unzählige Seevögle ihr Können und gleiten meisterhaft über die stürmische See. Die Wellen kommen in so kurzen Abständen, dass es fast scheint, als brechen sie in alle Richtungen.
Der portugiesische Seefahrer Magellan und seine Flotte fanden diese Durchfahrt 1520. Ein Sturm hatte zwei seiner Schiffe in einer vermeintliche Bucht getrieben, die sich dann aber als Abkürzung in den Pazifik erwies.
Die Magellanstraße ist eine unberechenbare Wasserstraße, 670 Kilometer lang und an der engesten Stelle nur 4,5 Kilometer breit. Sie trennt den südamerikansichen Kontinent von Feuerland. Trotz der ständig wechselnden Wetterbedingungen und der unzähligen Untiefen, bietet diese Seestraße die Möglichkeit Kap Horn, und damit eine noch schwierigere Passage zu vermeiden. Bis zum Bau des Panamakanales sorgte die Magellanstraße als wichtigeste Verbindung zwischen Pazifik und Atlantik für wirtschafltichen Aufschwung im südlichen Patagonien.
Die Magellanstraße ist eine unberechenbare Wasserstraße, 670 Kilometer lang und an der engesten Stelle nur 4,5 Kilometer breit. Sie trennt den südamerikansichen Kontinent von Feuerland. Trotz der ständig wechselnden Wetterbedingungen und der unzähligen Untiefen, bietet diese Seestraße die Möglichkeit Kap Horn, und damit eine noch schwierigere Passage zu vermeiden. Bis zum Bau des Panamakanales sorgte die Magellanstraße als wichtigeste Verbindung zwischen Pazifik und Atlantik für wirtschafltichen Aufschwung im südlichen Patagonien.
Mich führte jedoch weder Wolle noch Kupfer oder andere Gütertransporte auf die aufgewühlte See, sondern die Möglichkeit Pinguine beobachten zu können. Die kleinen, fluguntauglichen Vögel kommen im Frühling auf die Isla Magdalena um hier zu nisten.
Die ganze Insel ist eine einzige Pinguinkolonie, die lustigen Tiere watscheln unbeholfen von ihren Bruthöhlen zum Meer und zeigen dort ihr Können. Elegant geleiten sie durch die Wellen, auf der Suche nach Fisch.
Die ganze Insel ist eine einzige Pinguinkolonie, die lustigen Tiere watscheln unbeholfen von ihren Bruthöhlen zum Meer und zeigen dort ihr Können. Elegant geleiten sie durch die Wellen, auf der Suche nach Fisch.
Es ist schon schwer vorstellbar, dass die Tiere aus noch kälteren Gefielden hier her ziehen um zu brüten, denn es weht ein bitter kalter Wind und auch sonst ist die Gegend wenig einladend.
Die Südpolbewohner sind die täglichen Besucher gewöhnt und deshalb wenig scheu, man muss ehr aufpassen, dass sie einen nicht beißen, denn sie verteidigen ihr Revier mit Gezeter, Gebrüll und im Zweifel auch mit ihrem Schnabel.
Eigentlich war geplant, im Anschluss noch eine Seelöwenkolonie zu besuchen, doch obwohl sich die Sonne durch die Wolken gekämpft hatte frischte der Wind empfindlich auf und aus Sicherheitsgründen kehrten wir durch eine aufgepeitschte See zurück.
Eigentlich war geplant, im Anschluss noch eine Seelöwenkolonie zu besuchen, doch obwohl sich die Sonne durch die Wolken gekämpft hatte frischte der Wind empfindlich auf und aus Sicherheitsgründen kehrten wir durch eine aufgepeitschte See zurück.
Punta Arenas ist die südlichste Stadt auf dem amerikanischen Kontinent. Noch 60 Kilometer führt eine Straße Richtung Süden, dann geht es nur noch zu Fuß weiter. Zwar liegen Ushuaia und Puerto Williams noch südlicher, allerdings befinden dieser Siedlungen sich auf Feuerland, meinem nächsten Ziel.
Die Stadt Punta Arenas war mir nun einen Tag länger Aufenthaltsort, da ich keine frühere Busfahrt nach Ushuaia bekommen konnte. Die ehemalige Militärgarnison und Strafgefangenenkolonie ist nun nach gut 1,5 Monaten mein letzter Stopp in Chile und morgen gehts dann nach Argentinien.
Mich hat wieder eine Erkältung erwischt und so ist der Plan aus der südpolaren Stadt möglichst schnell einen Flieger nach Buenos Aires und sommerlichen 30 Grad zu bekommen.
Doch jetzt freue ich mich erstmal auf 10 Stunden Busfahrt durch die patagonische Pampa nach Feuerland, dem Ende der Welt.
Die Stadt Punta Arenas war mir nun einen Tag länger Aufenthaltsort, da ich keine frühere Busfahrt nach Ushuaia bekommen konnte. Die ehemalige Militärgarnison und Strafgefangenenkolonie ist nun nach gut 1,5 Monaten mein letzter Stopp in Chile und morgen gehts dann nach Argentinien.
Mich hat wieder eine Erkältung erwischt und so ist der Plan aus der südpolaren Stadt möglichst schnell einen Flieger nach Buenos Aires und sommerlichen 30 Grad zu bekommen.
Doch jetzt freue ich mich erstmal auf 10 Stunden Busfahrt durch die patagonische Pampa nach Feuerland, dem Ende der Welt.
Torres del Paine - oder:
Die erste Wanderung der verrückten Anja
Nationalpark "Torres del Paine"
Nachdem ich also ausgeruht von der Fähre geklettert war, wurde mir erst klar, warum soviele Menschen nach Puerto Natales kommen: Torres del Paine, der Nationalpark in Südpatagonien.
shortcut pics
Mein Hostel bietet jeden Tag um 15 Uhr eine Infoveranstaltung zu Wanderungen in diesem faszinierenden Gebiet an... mir wurde erstma mulmig: Im Park gibt es alle 4 Jahreszeiten... jeden Tag! Es kann sonnig starten und 15 Minuten später kann ein Schneesturm toben. Wind gibt es auf jeden Fall und der ist teilweise so heftig, dass er schon Menschen von Klippen wehte.
Alle um mich herum planten begeistert für mindestens 4 Nächte zu wandern und zu zelten, mir sank dagegen der Mut. Dann traf ich zum Glück auf Kelly und wir entschlossen uns zu einer 2 Nächte Tour.
Das hieß dann erstmal Ausrüstung leihen, in meinem Fall eine Regenhose, ein Schlafsack und Wanderstöcke, denn wir wollten nicht zelten, sondern die Nächte in Refugios verbringen.Anschließend versorgten wir uns mit einem Haufen Snacks,Haferflocken, Trockenmilch, Tütensuppen und Ramen-Nudeln und nachdem ich stundenlang hin- und hergepackt hatte, versuchte ich zu schlafen...
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Mein Hostel bietet jeden Tag um 15 Uhr eine Infoveranstaltung zu Wanderungen in diesem faszinierenden Gebiet an... mir wurde erstma mulmig: Im Park gibt es alle 4 Jahreszeiten... jeden Tag! Es kann sonnig starten und 15 Minuten später kann ein Schneesturm toben. Wind gibt es auf jeden Fall und der ist teilweise so heftig, dass er schon Menschen von Klippen wehte.
Alle um mich herum planten begeistert für mindestens 4 Nächte zu wandern und zu zelten, mir sank dagegen der Mut. Dann traf ich zum Glück auf Kelly und wir entschlossen uns zu einer 2 Nächte Tour.
Das hieß dann erstmal Ausrüstung leihen, in meinem Fall eine Regenhose, ein Schlafsack und Wanderstöcke, denn wir wollten nicht zelten, sondern die Nächte in Refugios verbringen.Anschließend versorgten wir uns mit einem Haufen Snacks,Haferflocken, Trockenmilch, Tütensuppen und Ramen-Nudeln und nachdem ich stundenlang hin- und hergepackt hatte, versuchte ich zu schlafen...
Leider war ich viel zu aufgeregt und als der Wecker um 6 Uhr klingelte hatte ich kaum ein Auge zugetan.
Müde genoss ich dann aber ein köstliches Frühstück mit frisch gebackenem Brot und richtigem Kaffee, ein weiteres Plus des Erratic Rock, und dann ging es mit dem Bus 112 Kilometer Richtung Nord-West. Bereits die Busfahrt bot spektakuläre Landschaften, dazu graßten Vinacus am Wegesrand und Nandus liefen über die Schotterpiste.
Nachdem wir den Eintrittspreis bezahlt hatten, lieferte der Bus uns am Bootssteg für eine Katermanfahrt über den Lago Pehoé ab. Die 30minütige Schiffstour bescherrte weiter atemberaubende Ausblicke und ich machte mir langsam Gedanken darüber, wie ich meinen Sprachschatz erweitern könnte, denn mir fehlten schon jetzt die Worte.
Wir checkten für die erste Nacht in das Refugio "Pain Grande Lodge" ein. Ein ziemlich touristisches Hotel, das eine Menge Komfor bietet, aber kaum meinen Erwartungen einer Bergzuflucht entspricht, sondern mehr gutbetuchten Reisenden eine Hauch von Abenteuer bietet. Die Preise sind gesalzen.
Müde genoss ich dann aber ein köstliches Frühstück mit frisch gebackenem Brot und richtigem Kaffee, ein weiteres Plus des Erratic Rock, und dann ging es mit dem Bus 112 Kilometer Richtung Nord-West. Bereits die Busfahrt bot spektakuläre Landschaften, dazu graßten Vinacus am Wegesrand und Nandus liefen über die Schotterpiste.
Nachdem wir den Eintrittspreis bezahlt hatten, lieferte der Bus uns am Bootssteg für eine Katermanfahrt über den Lago Pehoé ab. Die 30minütige Schiffstour bescherrte weiter atemberaubende Ausblicke und ich machte mir langsam Gedanken darüber, wie ich meinen Sprachschatz erweitern könnte, denn mir fehlten schon jetzt die Worte.
Wir checkten für die erste Nacht in das Refugio "Pain Grande Lodge" ein. Ein ziemlich touristisches Hotel, das eine Menge Komfor bietet, aber kaum meinen Erwartungen einer Bergzuflucht entspricht, sondern mehr gutbetuchten Reisenden eine Hauch von Abenteuer bietet. Die Preise sind gesalzen.
Nachdem wir aber unseren schweren Rucksack los waren machten Kelly und ich uns zum Gletscher Grey auf. Nach 2,5 Stunden erreichten wir den Ausblickspunkt und hatten einen faszinierenden, eiskalten Blick auf den Eisriesen.
Da wir erst am Nachmittag aufgebrochen waren, entschieden wir uns, zurück zur Unterkunft zu wandern und nach 5 Stunden laufen war ich glücklich und zufrieden einfach nur am Kamin zu hocken und eine Tütensuppe zu essen.
Da wir erst am Nachmittag aufgebrochen waren, entschieden wir uns, zurück zur Unterkunft zu wandern und nach 5 Stunden laufen war ich glücklich und zufrieden einfach nur am Kamin zu hocken und eine Tütensuppe zu essen.
Der nächste Tag startete später als geplant. Das Dormbett war so bequem und der Himmel verkündete Regen. Unmotiviert organisierten wir uns heißes Wasser und füllten unserer hungrigen Bäuche mit Porridge.
Endlich auf dem Weg klarte es aber auf und verwöhnte uns bis zum Abend mit Sonne und blauem Himmel mit weißen Wolkenformationen.
Der Tagesmarsch führte uns an immer neuen Naturwundern vorbei. Felsformationen, die den Atem rauben, blaugrüne Bergseen, Bäume und Blumen wie aus einer anderen Welt.
Wie vermessen ist doch der Mensch, zu glauben, er sei die Krönung der Schöpfung. Erfürchtige Gedanken im Anblick dieser Naturschönheit, Respekt gegenüber einer so schönen, wilden Landschaft.
Die schmerzenden Füße geraten in Vergessenheit, das Gewicht der Rucksacks wird zur Nebensache.
Im "Valle del Frances" gönnten wir uns, mit Blick auf einen wunderschönen Gletscher, eine Mittagspause in der Sonne. Kondore kreisten majestätisch
über unsere Köpfe und immer wieder vernahmen wir das tiefe Grollen von abbrechenden Eisbergen oder abgehenden Lawinen.
Endlich auf dem Weg klarte es aber auf und verwöhnte uns bis zum Abend mit Sonne und blauem Himmel mit weißen Wolkenformationen.
Der Tagesmarsch führte uns an immer neuen Naturwundern vorbei. Felsformationen, die den Atem rauben, blaugrüne Bergseen, Bäume und Blumen wie aus einer anderen Welt.
Wie vermessen ist doch der Mensch, zu glauben, er sei die Krönung der Schöpfung. Erfürchtige Gedanken im Anblick dieser Naturschönheit, Respekt gegenüber einer so schönen, wilden Landschaft.
Die schmerzenden Füße geraten in Vergessenheit, das Gewicht der Rucksacks wird zur Nebensache.
Im "Valle del Frances" gönnten wir uns, mit Blick auf einen wunderschönen Gletscher, eine Mittagspause in der Sonne. Kondore kreisten majestätisch
über unsere Köpfe und immer wieder vernahmen wir das tiefe Grollen von abbrechenden Eisbergen oder abgehenden Lawinen.
Nach guten 7 Stunden auf dem Weg erreichten wir dann das Refugio "Cuerno"...und bekamen zunächst die Antwort, es gäbe weder ein Bett noch ein Zelt für die Nacht. Der Schock legte sich dann aber, denn Sebastian, der Hostelbetreiber ist für sein Improvisationstalent bekannt und wie groß ist dann die Freude, ein winziges Zelt aufgestellt zu bekommen.
Dieses Refugio entspricht schon mehr meiner Vorstellung, ein großer Gemeinschaftsraum, in dem gegessen werden kann, das Bad für alle, die Versorgung über Pferde und weder Internet nocht Telefon, nur das Funkgerät. Auch wenn wir uns nicht für das teure Abendessen anmeldeten und so zu Zaungästen wurden, ist hier jeder willkommen und gleich. Großzügig wurden wir mit heißem Wasser versorgt und es ist schon erstaunlich, wie gut eine Nudelsuppe plötzlich schmecken kann.
Die Nacht zu zweit im winzigen Zelt war zwar unbequem, draußen stürmte es und Regen prasselte aufs Zeltdach, aber mein Schlafsack hielt mich warm und es blieb trocken.
Der Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und unser Weg zum Hotel "Las Torres" verlief gemütlich und trotz Ermüdungserscheinungen erreichten wir das schicke Berghotel nach 4 Stunden leichter, aber nicht minder schönen Wegstrecke.
Von diesem Hotel, das hier dem reichen Bergtouristen alle Annehmlichkeiten bietet, fährt jeden Tag um 14 Uhr ein Shuttelbus, der einen zum Treffpunkt mit den Bussen zurück nach Puerto Natales bringt.
Dieses Refugio entspricht schon mehr meiner Vorstellung, ein großer Gemeinschaftsraum, in dem gegessen werden kann, das Bad für alle, die Versorgung über Pferde und weder Internet nocht Telefon, nur das Funkgerät. Auch wenn wir uns nicht für das teure Abendessen anmeldeten und so zu Zaungästen wurden, ist hier jeder willkommen und gleich. Großzügig wurden wir mit heißem Wasser versorgt und es ist schon erstaunlich, wie gut eine Nudelsuppe plötzlich schmecken kann.
Die Nacht zu zweit im winzigen Zelt war zwar unbequem, draußen stürmte es und Regen prasselte aufs Zeltdach, aber mein Schlafsack hielt mich warm und es blieb trocken.
Der Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und unser Weg zum Hotel "Las Torres" verlief gemütlich und trotz Ermüdungserscheinungen erreichten wir das schicke Berghotel nach 4 Stunden leichter, aber nicht minder schönen Wegstrecke.
Von diesem Hotel, das hier dem reichen Bergtouristen alle Annehmlichkeiten bietet, fährt jeden Tag um 14 Uhr ein Shuttelbus, der einen zum Treffpunkt mit den Bussen zurück nach Puerto Natales bringt.
Da wir nur knapp drei Tage unterwegs waren, mussten wir unsere Tour ein wenig zusammen schrumpfen, doch die Fahrt zurück bot mir dann doch noch den spektakulären Blick auf die Torres.
Als ich gegen 17 Uhr zurück im Hostel war, hatte ich nur noch basale Gedanken, duschen, essen, schlafen.
Heute genieße ich einen Pausetag, habe meine Wäsche waschen lassen und meine weiter Reise geplant. Morgen geht es nach Punta Arenas und dann nach Feuerland!
Ich hoffe, ihr habt dann wieder Lust, meine Berichte zu lesen.
Diesmal die Fotos nur in der Galerie, nur eine kleine Auswahl, die mir wirklich schwer gefallen ist!
Als ich gegen 17 Uhr zurück im Hostel war, hatte ich nur noch basale Gedanken, duschen, essen, schlafen.
Heute genieße ich einen Pausetag, habe meine Wäsche waschen lassen und meine weiter Reise geplant. Morgen geht es nach Punta Arenas und dann nach Feuerland!
Ich hoffe, ihr habt dann wieder Lust, meine Berichte zu lesen.
Diesmal die Fotos nur in der Galerie, nur eine kleine Auswahl, die mir wirklich schwer gefallen ist!
Durch das raue Patagonien
Puerto Natales, 20.11.2009
Ich lebe noch. Meine Wanderung durch "Torres del Paines" war wunderschön, das Wetter war uns sehr wohl gesonnen und jetzt bin ich zurück in meinem Hostel und ruhe mich aus.
Aber besser mal der Reihe nach:
Ich lebe noch. Meine Wanderung durch "Torres del Paines" war wunderschön, das Wetter war uns sehr wohl gesonnen und jetzt bin ich zurück in meinem Hostel und ruhe mich aus.
Aber besser mal der Reihe nach:
Eine Schiffreise am Rande der Welt
Tag 2, 14.11
Schaumgekrönte Wellen, nebelversunkene Inseln, bewaldete Berge in der verschwommenen Ferne. Vogelschwärme begeleiten das Boot, Seelöwen tauchen in der Nähe, dazu die Hoffnung auf Wale. Das monotone Brummen des Schiffsmotors, das leichte Klappern des Geschirrs in der Mensa und gedämpfte Gespräche in verschiedenen Sprachen.
Ich bin auf der Evangelista, einem Fährschiff der Navimag, auf dem Weg von Puerto Montt nach Puerto Natales. Eine 4tägige Reise durch die Fjorde Patagoniens, durch enge Durchfahrt und über den offenen Pazifik.
Schaumgekrönte Wellen, nebelversunkene Inseln, bewaldete Berge in der verschwommenen Ferne. Vogelschwärme begeleiten das Boot, Seelöwen tauchen in der Nähe, dazu die Hoffnung auf Wale. Das monotone Brummen des Schiffsmotors, das leichte Klappern des Geschirrs in der Mensa und gedämpfte Gespräche in verschiedenen Sprachen.
Ich bin auf der Evangelista, einem Fährschiff der Navimag, auf dem Weg von Puerto Montt nach Puerto Natales. Eine 4tägige Reise durch die Fjorde Patagoniens, durch enge Durchfahrt und über den offenen Pazifik.
Um 14.30Uhr ging es dann endlich an Bord. Eine bunt gewürfelte Passagiermischung hatte sich da eingefunden. Einige wenige klassische Backpacker, extrem ausgerüstete Bergsteiger und viele ältere Ehepaare.
Erfreulicherweise gab es eine positive Entwicklung, da das Schiff bei weitem nicht ausgebucht ist, bekam ich statt der fensterlosen 4er Kabine eine Außenkabine zugewiesen. Diese winzige Kabine teile ich mir mit einem französischen Pärchen und einer Amerikanerin. Viel Privatsphäre kann man auf den geschätzten 6m² allerdings nicht erwarten. Die Stockbetten sind mit einem Vorhang ausgestattet, zu jedem Bett gehört ein geräumiger Schrank, zwischen den Betten gibt es grade genug Platz zu stehen, das Bad liegt den Gang runter und wird von mehreren Kabinen geteilt. Doch alles ist sauber und durch die Heizung im Zimmer wird es auch schell gemütlich warm.
Neben dem Zimmerupgrade habe ich auch Glück mit meiner Kabinen-Mitbewohnern, schließlich werde ich 4 Tage auf engstem Raum mit ihnen zusammen wohnen. Gut gelaunt und aufgeregt machten wir uns zum Ablegen auf an Deck, wo wir auch auf die netten Holländer aus meinem Hostel trafen, um das Auslaufen aus dem Hafen mit einem Glas Wein zu genießen.
Schnell kommt man mit anderen Mitreisenden in Gespräch, jeder freut sich auf die Schiffsreise.
Die Schiffspassage gilt als eine der reizvollsten Möglichkeiten, die patagonische Landschaft zu erleben.
Etwas enttäuschend, dass kaum Einheimische an Bord sind und die Fähre kaum Autos, Lastwagen oder Fracht transportiert, so ist aus der einstigen Transportverbindung eine fast ausschließliche Touristenveranstaltung geworden und Spanisch ist gegenüber Deutsch, Holländisch und Englisch deutlich unterrepräsentiert.
Erfreulicherweise gab es eine positive Entwicklung, da das Schiff bei weitem nicht ausgebucht ist, bekam ich statt der fensterlosen 4er Kabine eine Außenkabine zugewiesen. Diese winzige Kabine teile ich mir mit einem französischen Pärchen und einer Amerikanerin. Viel Privatsphäre kann man auf den geschätzten 6m² allerdings nicht erwarten. Die Stockbetten sind mit einem Vorhang ausgestattet, zu jedem Bett gehört ein geräumiger Schrank, zwischen den Betten gibt es grade genug Platz zu stehen, das Bad liegt den Gang runter und wird von mehreren Kabinen geteilt. Doch alles ist sauber und durch die Heizung im Zimmer wird es auch schell gemütlich warm.
Neben dem Zimmerupgrade habe ich auch Glück mit meiner Kabinen-Mitbewohnern, schließlich werde ich 4 Tage auf engstem Raum mit ihnen zusammen wohnen. Gut gelaunt und aufgeregt machten wir uns zum Ablegen auf an Deck, wo wir auch auf die netten Holländer aus meinem Hostel trafen, um das Auslaufen aus dem Hafen mit einem Glas Wein zu genießen.
Schnell kommt man mit anderen Mitreisenden in Gespräch, jeder freut sich auf die Schiffsreise.
Die Schiffspassage gilt als eine der reizvollsten Möglichkeiten, die patagonische Landschaft zu erleben.
Etwas enttäuschend, dass kaum Einheimische an Bord sind und die Fähre kaum Autos, Lastwagen oder Fracht transportiert, so ist aus der einstigen Transportverbindung eine fast ausschließliche Touristenveranstaltung geworden und Spanisch ist gegenüber Deutsch, Holländisch und Englisch deutlich unterrepräsentiert.
Am ersten Tag ging es dann an der Insel Chiloe vorbei, von der ich euch schon früher berichtete. Nach einem reichhaltigen Abendessen kann man seine Zeit damit verbringen, einen Film anzuschauen oder man vertreibt sich die Langeweile in der kleinen Bar. Dort sitzen die Grüppchen zusammen, reden über ihrer Reisepläne und ihrer Erwartungen oder spielen Karten. Mittlerweise habe ich 3 verschieden Spiele gelernt.
Die Nacht verlief ruhig, lediglich das leichte Schaukeln erinnert mich daran, wo ich mich befinde. Schlafen kann ich dennoch kaum, denn ohne frische Luft ist es warm und stickig. Nachdem ich dann doch endlich eingeschlafen bin, werde ich nach gefühlten Sekunden wieder geweckt, denn es ist Zeit für das Frühstück. Die Mahlzeiten an Bord sind üppig und abwechslungsreich. Durch die wenigen Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, werden die Essenszeiten zu wichtigen Veranstaltungen, nach denen der Tagesrhythmus ausgerichtet wird.
Nun hat leider ein heftiger Regen eingesetzt und obwohl die See noch relativ ruhig ist und man auf dem großen Schiff kaum etwas vom Wellengang mitbekommt, bin ich schon sehr gespannt auf den weitern Verlauf der Reise. Heute Nachmittag werden wir den Canal Chabuco durchqueren, danach geht es an der Küste entlang durchs offene Meer, um dann am frühen Abend in den Golfo de Pena zu passieren. Für mindestens 7 Stunden wird dann der Seegang deutlich zulegen und die Schiffsbesatzung macht eine Durchsage, dass es Zeit sei, Medikamente gegen Seekrankheit zu nehmen. Ich bin aber recht zuversichtlich, denn die Aussicht, in diesen Gewässern Wale zu sehen ist besonders groß und dieses Chance will ich nicht verschlafen. So werde ich mir also die Zeit mit lesen, an Deck spazieren, solange das Wetter es zulässt, besuchen der Informationsveranstaltungen und natürlich essen vertreiben.
Die Nacht verlief ruhig, lediglich das leichte Schaukeln erinnert mich daran, wo ich mich befinde. Schlafen kann ich dennoch kaum, denn ohne frische Luft ist es warm und stickig. Nachdem ich dann doch endlich eingeschlafen bin, werde ich nach gefühlten Sekunden wieder geweckt, denn es ist Zeit für das Frühstück. Die Mahlzeiten an Bord sind üppig und abwechslungsreich. Durch die wenigen Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben, werden die Essenszeiten zu wichtigen Veranstaltungen, nach denen der Tagesrhythmus ausgerichtet wird.
Nun hat leider ein heftiger Regen eingesetzt und obwohl die See noch relativ ruhig ist und man auf dem großen Schiff kaum etwas vom Wellengang mitbekommt, bin ich schon sehr gespannt auf den weitern Verlauf der Reise. Heute Nachmittag werden wir den Canal Chabuco durchqueren, danach geht es an der Küste entlang durchs offene Meer, um dann am frühen Abend in den Golfo de Pena zu passieren. Für mindestens 7 Stunden wird dann der Seegang deutlich zulegen und die Schiffsbesatzung macht eine Durchsage, dass es Zeit sei, Medikamente gegen Seekrankheit zu nehmen. Ich bin aber recht zuversichtlich, denn die Aussicht, in diesen Gewässern Wale zu sehen ist besonders groß und dieses Chance will ich nicht verschlafen. So werde ich mir also die Zeit mit lesen, an Deck spazieren, solange das Wetter es zulässt, besuchen der Informationsveranstaltungen und natürlich essen vertreiben.
Tage 3, 15.11
“Orca-Familie, backbord!” Die Lautsprecherdurchsage um 7.30Uhr riss mich aus dem Schlaf und in Windeseile stand ich auf Deck. Die Tümmler bekam ich zwar nur noch aus der Ferne zu sehen, dafür aber jede Menge Mitreisende in Schlafanzügen, barfuss und einer sogar nur mit einem Handtuch um die Hüfte geschwungen, wohl grade aus der Dusche gerannt. Und es war kalt!
Der gestrige Tag hatte uns durch schwere See geführt und überall an Bord standen oder lagen Mitreisende mit grünblassen Gesichter. Seekrank lag die Hälfte in den Kojen und zum Abendessen in offener See erschienend bei weitem nicht alle. Meine Sorgen bezüglich der Stabilität meines Magens waren um Glück unbegründet und die teilweise 5-6 Meter hohen Brecher machten mir richtig Spaß!
So schlief ich dann auch friedlich, von einer Seite auf die andere schaukelnd, ein.
“Orca-Familie, backbord!” Die Lautsprecherdurchsage um 7.30Uhr riss mich aus dem Schlaf und in Windeseile stand ich auf Deck. Die Tümmler bekam ich zwar nur noch aus der Ferne zu sehen, dafür aber jede Menge Mitreisende in Schlafanzügen, barfuss und einer sogar nur mit einem Handtuch um die Hüfte geschwungen, wohl grade aus der Dusche gerannt. Und es war kalt!
Der gestrige Tag hatte uns durch schwere See geführt und überall an Bord standen oder lagen Mitreisende mit grünblassen Gesichter. Seekrank lag die Hälfte in den Kojen und zum Abendessen in offener See erschienend bei weitem nicht alle. Meine Sorgen bezüglich der Stabilität meines Magens waren um Glück unbegründet und die teilweise 5-6 Meter hohen Brecher machten mir richtig Spaß!
So schlief ich dann auch friedlich, von einer Seite auf die andere schaukelnd, ein.
Am Morgen war die Landschaft verändert, nun tuckern wir durch immer enger werdende Fjorde. Satt grüne, dichter Regenwald und schmale, vermutlich eiskalte, Sturzbäche an den Berghängen, die hier zum greifen nah in den Himmel ragen. Die Gipfel mit Schnee überzuckert und immer wieder in Wolken verschwindend.
In Puerto Eden legten wir eine kurzen Zwischenstopp ein um Passagiere auf-und Ladung abzuladen. Der winzige Wetterposten, der in den letzten Jahren zu einem kleine Fischerdorf wurde, ist einer der wenigen menschlichen Ansiedlungen in diesem Nationalpark, der von Golfo de Pena bis nach Feuerland reicht. In seiner Größe mehr als Holland gibt es knapp 300 Einwohner. Wie so oft muss ich darüber nachdenken, wie wohl das Leben in einem dieser Außenposten der Menschheit sein muss.
In Puerto Eden legten wir eine kurzen Zwischenstopp ein um Passagiere auf-und Ladung abzuladen. Der winzige Wetterposten, der in den letzten Jahren zu einem kleine Fischerdorf wurde, ist einer der wenigen menschlichen Ansiedlungen in diesem Nationalpark, der von Golfo de Pena bis nach Feuerland reicht. In seiner Größe mehr als Holland gibt es knapp 300 Einwohner. Wie so oft muss ich darüber nachdenken, wie wohl das Leben in einem dieser Außenposten der Menschheit sein muss.
Das Leben an Bord entwickelte sich auch. Ein Mitreisender, den ich bei der Abreise kennen gelernt hatte, verriet mir, dass er heute morgen seiner Freundin einen Heiratsantrag gemacht hatte. Sie strahlte über das ganze Gesicht und damit war ihre Antwort wohl klar. Ein Grund zum Anstoßen und das taten wir dann auch, während dabei die Sonne langsam sich durch die Wolken kämpfte.
Heute Nachmittag werden wir am Pius XI sein, nach einem argentinischen Gletscher, der zweitgrößte der Welt und einer der sehr wenigen, der noch wächst. So freue ich mich schon sehr auf dieses Naturschauspiel.
Heute Nachmittag werden wir am Pius XI sein, nach einem argentinischen Gletscher, der zweitgrößte der Welt und einer der sehr wenigen, der noch wächst. So freue ich mich schon sehr auf dieses Naturschauspiel.
Tag 4, 16.11.2009
Am gestrigen Nachmittag zogen dann bald erste Eisschollen und dann immer größere, strahlend blaue Eisberge an uns vorbei. Der Wind wurde stärker und bald erreichten wir diesen riesigen Gletscher.
Die Fähre schiffte uns nah an den Eisriesen und während uns die Augen fast zufroren, genossen wir dieses Naturschauspiel.
Am Abend gab es dann eine kleine "Party", zunächst spielten wir Bingo und danach konnte getanzt werden. Da ich aber recht müde war, verschwand ich bald in meine Kabine, denn am frühen Morgen erwartete uns die engste Stelle der 1500 Kilometer langen Fährfahrt.
Das spiegelglatte Wasser und die nahen Berginseln belohnten das frühe Aufstehen.
Am gestrigen Nachmittag zogen dann bald erste Eisschollen und dann immer größere, strahlend blaue Eisberge an uns vorbei. Der Wind wurde stärker und bald erreichten wir diesen riesigen Gletscher.
Die Fähre schiffte uns nah an den Eisriesen und während uns die Augen fast zufroren, genossen wir dieses Naturschauspiel.
Am Abend gab es dann eine kleine "Party", zunächst spielten wir Bingo und danach konnte getanzt werden. Da ich aber recht müde war, verschwand ich bald in meine Kabine, denn am frühen Morgen erwartete uns die engste Stelle der 1500 Kilometer langen Fährfahrt.
Das spiegelglatte Wasser und die nahen Berginseln belohnten das frühe Aufstehen.
Nachdem, wie immer üppigen, Frühstück galt es dann die Taschen mal wieder zu packen und gegen 11 Uhr erreichten wir dann unseren Zielhafen, Puerto Natales.
Zum Glück hatte ich bereits ein Hostel gebucht und musste mich nicht stressen, eine Unterkunft zu finden. So landetet ich also im Erratic Rock und entschloss mich kurz dannach für die bereits erwähnten Wanderung. Davon dann gleich mehr.
Zum Glück hatte ich bereits ein Hostel gebucht und musste mich nicht stressen, eine Unterkunft zu finden. So landetet ich also im Erratic Rock und entschloss mich kurz dannach für die bereits erwähnten Wanderung. Davon dann gleich mehr.
Eine echte Herausforderung
Puerto Natales, 16.11.2009
Nach einer wunderschönen Fährreise kam ich heute morgen ausgeruht in Puerto Natales an. Der Grund, warum man hier her kommt heißt "Torres del Peine" und das ist der Grund, warum ihr leider auf ein ausführliches Update warten müsst. Denn ich weiß nicht genau welcher Teufel mich geritten hat, aber morgen früh um 6 Uhr mache ich mich zu einer 2 Nächte- 3 Tage Wanderung auf. Ich werde jeden Tag kilometerweit wandern, aus Bergbächen trinken und draußen kochen, nur gegen das Campen haben wir uns entschieden.
Der Nationalpark ist riesig und bietet neben einem Gletscher, unglaubliche Bergformationen und Seenlandschaften.
Ich werde mit einer netten Engländerin wandern, die zum Glück nicht so durchgedreht wie viele andere hier ist, denn viele wandern für eine Woche oder länger und übernachten bei Minusgraden im Zelt.
Nun, so wird es dann zum Ende der Woche einiges zu lesen auf der Seite geben. Bis dahin, drückt mir die Daumen, denn ich gehe wandern. Die, die mich gut kennen, wissen, wie verrückt das ist!
Nach einer wunderschönen Fährreise kam ich heute morgen ausgeruht in Puerto Natales an. Der Grund, warum man hier her kommt heißt "Torres del Peine" und das ist der Grund, warum ihr leider auf ein ausführliches Update warten müsst. Denn ich weiß nicht genau welcher Teufel mich geritten hat, aber morgen früh um 6 Uhr mache ich mich zu einer 2 Nächte- 3 Tage Wanderung auf. Ich werde jeden Tag kilometerweit wandern, aus Bergbächen trinken und draußen kochen, nur gegen das Campen haben wir uns entschieden.
Der Nationalpark ist riesig und bietet neben einem Gletscher, unglaubliche Bergformationen und Seenlandschaften.
Ich werde mit einer netten Engländerin wandern, die zum Glück nicht so durchgedreht wie viele andere hier ist, denn viele wandern für eine Woche oder länger und übernachten bei Minusgraden im Zelt.
Nun, so wird es dann zum Ende der Woche einiges zu lesen auf der Seite geben. Bis dahin, drückt mir die Daumen, denn ich gehe wandern. Die, die mich gut kennen, wissen, wie verrückt das ist!
Hey, ab in dn Süden... der Sonne hinterher!
Puerto Montt, 13.11.2009
Nachdem ich mir in Santiago nochmal den Bauch mit köstlicher Fischsuppe vollgeschlagen hatte, ging meine Nachtfahrt wieder Richtung Süden. Leider musste der Bus aber nach einer halben Stunde wieder umkehren, denn ein Schwachkopf hatte einen großen Stein auf die Windschutzscheibe geworfen. Zum Glück halten die Scheiben ja einiges aus, dennoch wurde der Fahrer durch eine kleine Scherbe leicht verletzt. Der Schreck wurde am Bustermial dann nochmals verstärkt, denn insgesammt mussten 3 Busse wegen des gleichen Vorfalls umkehren. Also gibt es auch in Südamerika ganz schön gestörte Leute, die von Autobahnbrücken Steine werfen.
Nachdem wir dann recht lange auf einen Ersatzbus warten mussten, ging es dann 14 Stunden durch die Nacht. Müde entschloss ich mich, Puerto Varas sausen zu lassen und direkt nach Puerto Montt zu fahren.
Die lebhafte, chaotische Hafenstadt ist im Großen und Ganzen der Dreh- und Angelpunkt für die Weiterfahrt in den Süden, hier endet die Panamerikana und am interessantesten ist es von hier aus per Schiff.
Die Nacht in meinem Hostel war enspannt und zum Frühstück gab es endlich mal wieder richtigen, guten Kaffee. Ich freue mich schon auf meinen geliebten Kaffee zuhause!
Gleich besteige ich dann für 4 Tage die Fähre nach Puerto Natales, der Wetterbericht verspricht kalte 4-0 Grad, hoffentlich wird es klar und sonnig und der Seegang hält sich in Grenzen.
4 Tage, abgeschitten von der Welt - durch die Fjorde Patagoniens - ich hoffe, ich kann euch am Montag einen guten Reisebericht liefern.
Schönes Wochenende!
Nachdem ich mir in Santiago nochmal den Bauch mit köstlicher Fischsuppe vollgeschlagen hatte, ging meine Nachtfahrt wieder Richtung Süden. Leider musste der Bus aber nach einer halben Stunde wieder umkehren, denn ein Schwachkopf hatte einen großen Stein auf die Windschutzscheibe geworfen. Zum Glück halten die Scheiben ja einiges aus, dennoch wurde der Fahrer durch eine kleine Scherbe leicht verletzt. Der Schreck wurde am Bustermial dann nochmals verstärkt, denn insgesammt mussten 3 Busse wegen des gleichen Vorfalls umkehren. Also gibt es auch in Südamerika ganz schön gestörte Leute, die von Autobahnbrücken Steine werfen.
Nachdem wir dann recht lange auf einen Ersatzbus warten mussten, ging es dann 14 Stunden durch die Nacht. Müde entschloss ich mich, Puerto Varas sausen zu lassen und direkt nach Puerto Montt zu fahren.
Die lebhafte, chaotische Hafenstadt ist im Großen und Ganzen der Dreh- und Angelpunkt für die Weiterfahrt in den Süden, hier endet die Panamerikana und am interessantesten ist es von hier aus per Schiff.
Die Nacht in meinem Hostel war enspannt und zum Frühstück gab es endlich mal wieder richtigen, guten Kaffee. Ich freue mich schon auf meinen geliebten Kaffee zuhause!
Gleich besteige ich dann für 4 Tage die Fähre nach Puerto Natales, der Wetterbericht verspricht kalte 4-0 Grad, hoffentlich wird es klar und sonnig und der Seegang hält sich in Grenzen.
4 Tage, abgeschitten von der Welt - durch die Fjorde Patagoniens - ich hoffe, ich kann euch am Montag einen guten Reisebericht liefern.
Schönes Wochenende!
Rapa-Nui, Osterinsel, Hanga Roa: 31.10-08.11.2009
Santiago, 10.11.2009
Endlich gibt es ein Update - ich hoffe, ihr habt ein wenig Zeit und ganz viel Lust, meinen Osterinselbeitrag zu lesen.
Endlich gibt es ein Update - ich hoffe, ihr habt ein wenig Zeit und ganz viel Lust, meinen Osterinselbeitrag zu lesen.
Nachtaufnahme mit Sternen
Über 5 Stunden fliege ich über nichts als Wasser, Wasser, Wasser und dann, über 2000 Kilometer vom nächsten besiedelten Punkt, 3700 Kilometer vom chilenischen Festland, wie aus dem Nichts, taucht die kleine Insel vor mir auf. Winzige 163 Quadratkilometer mitten in einer endlosen Wasserwüste.
Die Landebahn allerdings ist gigantisch, die NASA plante diesen Stützpunkt für die Landung von Raumfähren, heute landen lediglich die Flugzeuge aus Santiago und Tahiti.
Die Landebahn allerdings ist gigantisch, die NASA plante diesen Stützpunkt für die Landung von Raumfähren, heute landen lediglich die Flugzeuge aus Santiago und Tahiti.
Gleich zu Beginn entsteht das Südseegefühl, Menschen begrüßen einander mit dem Lai, dem klassischen Blumenkranz, und man wähnt sich auf Hawaii.
Das ist auch kein Wunder, denn heute geht man davon aus, dass die ersten Einwohner der Insel aus dem polynesischen Siedungsgebiet stammten, das sich von Neuseeland über die Südsee bis nach Hawaii erstreckt. Das Erscheinungsbild der Einwohner ist so auch ganz anderes als das der Südamerikaner, sofort fühle ich mich in ein Gemälde von Gauguin versetzt. Die Frauen tragen Blüten in ihrem dichten, schwarzem Haar, die Männer stehen in Shorts an den Klippen der Steilküste und fischen in der tosenden Brandung, überall in diesem geschäftigen Treiben laufen lachende Kinder umher, gefolgt von den obligatorischen Hunden. Ständig gerät man in eine Herde freilaufender Kühe oder Pferde und fast alle Inselbewohner besitzen ein Pferd, was bei den Straßenverhältnissen auch kein Wunder ist.
Das ist auch kein Wunder, denn heute geht man davon aus, dass die ersten Einwohner der Insel aus dem polynesischen Siedungsgebiet stammten, das sich von Neuseeland über die Südsee bis nach Hawaii erstreckt. Das Erscheinungsbild der Einwohner ist so auch ganz anderes als das der Südamerikaner, sofort fühle ich mich in ein Gemälde von Gauguin versetzt. Die Frauen tragen Blüten in ihrem dichten, schwarzem Haar, die Männer stehen in Shorts an den Klippen der Steilküste und fischen in der tosenden Brandung, überall in diesem geschäftigen Treiben laufen lachende Kinder umher, gefolgt von den obligatorischen Hunden. Ständig gerät man in eine Herde freilaufender Kühe oder Pferde und fast alle Inselbewohner besitzen ein Pferd, was bei den Straßenverhältnissen auch kein Wunder ist.
Nur leider spielt das Wetter überhaupt nicht mit. Regen prasselt nieder, die Palmen beugen sich im starken Wind und Wolken treiben bleigrau über die Hügel. Ein Zeichen des Klimawandels? Glaubt man den Bewohnern, ist dieses Wetter tatsächlich ungewöhnlich, normalerweise scheint zu dieser Jahreszeit die Sonne und man kann einen blauen Himmel genießen. Nun, ob es der Klimawandel oder mein Reiseglück ist, wenigstens ist es warm.
Die Insel ist weniger entwickelt als man für ein so berühmtes Reiseziel erwarten könnte. Die meisten Straßen sind ungeteert und die Straßenbeleuchtung ist mehr als dürftig. So darf ich natürlich von meiner sehr einfachen Unterkunft auch nicht viel erwarten, wenigstens ist es trocken, es gibt warmes Wasser und die Familie ist nett, aber alles weit entfernt von den Vorzügen des Festlandes. Darum gibt es auch erst so spät ein Update, denn Internet ist Mangelware.
Das ich mich in der Mitte vom Nirgendwo befinde, wird mir dann auch bei den Lebensmittelpreisen klar. Nun, wenn man bedenkt, dass die Insel über keine Hafen verfügt und die ankommenden Frachter ihre Güter mit kleinen Booten löschen müssen, ist es leicht verständlich, dass die Preise hier mindesten doppelt so hoch sind, wie auf dem Festland.
Den ersten Abend verbrachte ich mit anderen Hostelgästen im Ort, schließlich war Halloween und der amerikanische Brauch ist voll und ganz auf die Insel geschwappt. Mein anfängliches Unbehangen wich zum Glück und die Menschen, die ich hier getroffen habe, Einheimische und andere Reisende, werden mir bestimmt in schöner Erinnerung bleiben.
Die Insel ist weniger entwickelt als man für ein so berühmtes Reiseziel erwarten könnte. Die meisten Straßen sind ungeteert und die Straßenbeleuchtung ist mehr als dürftig. So darf ich natürlich von meiner sehr einfachen Unterkunft auch nicht viel erwarten, wenigstens ist es trocken, es gibt warmes Wasser und die Familie ist nett, aber alles weit entfernt von den Vorzügen des Festlandes. Darum gibt es auch erst so spät ein Update, denn Internet ist Mangelware.
Das ich mich in der Mitte vom Nirgendwo befinde, wird mir dann auch bei den Lebensmittelpreisen klar. Nun, wenn man bedenkt, dass die Insel über keine Hafen verfügt und die ankommenden Frachter ihre Güter mit kleinen Booten löschen müssen, ist es leicht verständlich, dass die Preise hier mindesten doppelt so hoch sind, wie auf dem Festland.
Den ersten Abend verbrachte ich mit anderen Hostelgästen im Ort, schließlich war Halloween und der amerikanische Brauch ist voll und ganz auf die Insel geschwappt. Mein anfängliches Unbehangen wich zum Glück und die Menschen, die ich hier getroffen habe, Einheimische und andere Reisende, werden mir bestimmt in schöner Erinnerung bleiben.
Der nächste Tag versprach dann wettertechnisch ein wenig besser zu werden und wenigstens regnete es nicht ununterbrochen. Am besten erforscht man die Insel mit dem Auto, da die Statuen und interessanten Besichtigungsstätten über das ganze Eiland verstreut liegen. So mietete ich mit einem anderen Gast kurzerhand für 24 Stunden einen Jeep und los ging es. Da es nur eine Straße um die Insel gibt, ist es nicht schwierig seinen Weg zu finden, auch wenn man sich von einem Schlagloch zum nächsten hangelt. Der immer wieder einsetzende Regen konnte kaum meine Stimmung trüben, denn schon ziemlich bald erreichten wir “Rano Raraku”, eine erloschener Vulkan, der den Ureinwohnern als Steinbruch für die gigantischen Moais diente. Überall stehen die Statuen, teilweise fertig zum Abtransport, teilweise noch im Schaffungszustand. Der größte Moais, 21 Meter, ist immer noch mit dem Fels verbunden. Er liegt dort und es scheint, als warte er auf die Steinmetze, die nur mal eben zur Mittagspause sind, damit sie ihr Werk fertig stellen.
Über das sehr abrupte Ende dieser Kultur gibt es immer noch unterschiedliche Theorien, doch sicher ist, dass die Arbeiten plötzlich eingestellt wurden und ein Großteil der fertig gestellten Statuen, an der Küste, umgestoßen wurden. Man geht davon aus, dass die erste Zivilisation der Insel, von ca. 800 bis 1500 n. Chr., durch die Moais ihre Götter und Könige verehrte. Unglaublich viele Menschen mussten an der Erstellung der Figuren mitgewirkt haben und mit einem großen Aufwand und viel Arbeitskraft die Aufstellung auf den Ahus vollbracht haben. Kaum vorstellbar, wie eine so komplexe Gesellschaft vermutlich sehenden Auges in ihren Ruin ging. Die Bauern und Fischer waren am Ende nicht mehr in der Lage, genügend Nahrungsmittel zu produzieren, kaum ein Baum hatte diese unglaubliche Projekt der immer gigantischer werdenden Statuen überlebt. Die Menschen hungerten und wandten sich in ihrer Not gegen die herrschende Klasse. Deshalb sind auch die meisten der Figuren umgestürzt und zerstört worden. Es müssen bürgerkriegsähnliche Zustände geherrscht haben, die dann zum Ende der Kultur führten. Als 1722 der erste Europäer zu Ostern die Insel betrat, lebten dort grade mal eine handvoll Menschen, die sich mit Mühe und Not am Leben hielt und lange konnte man sich nicht erklären, wie diese Steinriesen entstanden waren. Abenteuerlichste Theorien geisterten lange durch die Geschichten der Osterinsel, sogar Außerirdische wurden bemüht um das Phänomen zu erklären.
Für viele gilt der Untergang dieser Zivilisation als mahnendes Beispiel für unsere heutige Welt, in der ebenfalls die Ressourcen aufgebraucht und ohne an die Zukunft zu denken, die Natur zerstört wird.
Ein beklemmendes Gefühl macht sich bei diesem Gedanken in mir breit.
Für viele gilt der Untergang dieser Zivilisation als mahnendes Beispiel für unsere heutige Welt, in der ebenfalls die Ressourcen aufgebraucht und ohne an die Zukunft zu denken, die Natur zerstört wird.
Ein beklemmendes Gefühl macht sich bei diesem Gedanken in mir breit.
Das ungute Gefühl wich aber, sobald ich um eine Ecke bog und unvermittelt den Blick auf Ahu Tongariki hatte. Das Postkartenbild von Rapa-Nui. Beeindruckt und staunend konnte ich kaum den Blick von den Steingiganten nehmen. Obwohl es schon wieder regnete, meine Stimmung war auf einem Höhepunkt.
Die Attraktion Ahu Tongariki, ist neben dem Steinbruch. An der Küste stehen die Moais, die mit Hilfe einer japanischen Firma 1992 bzw. 1995 wieder aufgerichtet worden waren. Die 15 Steinriesen, die mit unbeweglich starrem Gesicht auf das Land schauen, verdeutlichen einmal mehr die unglaubliche Kraft und Energie, die hier aufgewandt wurde um größenwahnsinnigen Herrschern ihren Willen zu geben.
Die Attraktion Ahu Tongariki, ist neben dem Steinbruch. An der Küste stehen die Moais, die mit Hilfe einer japanischen Firma 1992 bzw. 1995 wieder aufgerichtet worden waren. Die 15 Steinriesen, die mit unbeweglich starrem Gesicht auf das Land schauen, verdeutlichen einmal mehr die unglaubliche Kraft und Energie, die hier aufgewandt wurde um größenwahnsinnigen Herrschern ihren Willen zu geben.
Die Tour führte mich dann zum Strand, Anakena. Dort stehen noch Moais mit den typischen großen, roten Hüten, fast so wie in ihrem Urzustand. Der Strand ist der einzige der Insel und so war trotz des mauen Wetters eine Menge los. Das Wasser ist angenehm warm und die Brandung durch die Bucht abgeschwächt. An der Steilküste gibt es nur wenige Zugänge zum Meer, die zum Baden einladen, dafür trauen sich natürlich überall Surfer in die krachende Brandung um ihr Können zu zeigen.
Zum Glück habe ich es in den folgenden Tagen dann doch geschafft, mich wenigstens einmal in die Fluten zu stürzen.
Zum Glück habe ich es in den folgenden Tagen dann doch geschafft, mich wenigstens einmal in die Fluten zu stürzen.
Am nächsten Tag stand Orongo auf dem Programm. Bei gefühlten 500 Windstärken und heftigen Regen fuhren wir zu dem restaurierten Dorf, das sich zwischen einem Vulkankrater und dem Ozean duckt. Der Standort ist bezeichnend, nur wenige Meter zwischen den jeweils steil abfallenden Abhängen des Meeres und des Kraterinneren wurde von diesem Ort aus die Vogelmann-Zeremonie ausgetragen. Bis heute ist nicht klar, ob dieses Ritual nach der Moai-Kultur oder gleichzeitig stattfand.
Jedes Jahr stellte sich der kräftigste und schlauste Mann eines jeden Stammes dieser Herausforderung. Bereits beim Start versuchten sich die vielen Kontrahenten gegenseitig umzubringen, es folgte ein Sprung von den 400 Meter hohen Felsen in die Brandung. Während die Schwimmer eine nahegelegene Insel durch das haiverseuchte Wasser zu erreichen versuchten, trachteten sie weiterhin danach, sich gegenseitig zu erstechen oder zu ertränken. Die wenigen, die die Insel erreichten, warteten dort auf das erste Ei des Manutara, einem Seevogel, manchmal harrten sie über einen Monat dort aus.
Jedes Jahr stellte sich der kräftigste und schlauste Mann eines jeden Stammes dieser Herausforderung. Bereits beim Start versuchten sich die vielen Kontrahenten gegenseitig umzubringen, es folgte ein Sprung von den 400 Meter hohen Felsen in die Brandung. Während die Schwimmer eine nahegelegene Insel durch das haiverseuchte Wasser zu erreichen versuchten, trachteten sie weiterhin danach, sich gegenseitig zu erstechen oder zu ertränken. Die wenigen, die die Insel erreichten, warteten dort auf das erste Ei des Manutara, einem Seevogel, manchmal harrten sie über einen Monat dort aus.
Derjenige, der das Ei unversehrt zurückbrachte, wurde zum Tangata Manu, dem Vogelmann für das Jahr und damit zum Anführer und Herrscher über die gesamte Insel.
Wieder ein so fremder, unvorstellbarer Ritus, der mich einerseits sehr beeindruckt, mir aber wieder die verwirrende Tatsache vor Augen führt, mit welcher Energie und Todesverachtung die Menschen schon immer nach Macht und Einfluss strebten.
Wieder ein so fremder, unvorstellbarer Ritus, der mich einerseits sehr beeindruckt, mir aber wieder die verwirrende Tatsache vor Augen führt, mit welcher Energie und Todesverachtung die Menschen schon immer nach Macht und Einfluss strebten.
In den nächsten Tagen wurde Regen und Sturm zu meinem ständigen Begleiter. Dennoch besichtige ich fast alle Sehenswürdigkeiten der Insel. Spannend dabei zum Beispiel der Ahu Akivi, eine Moai-Stätte, die als einzige im Landesinneren liegt und deren Moais nicht auf das Meer hinaus blicken, statt, wie alle anderen, aufs Land. Die Straße dort hin bedarf aber tatsächlich einen Jeep und durch den ständigen Regen ist alles matschig und aufgeweicht. Prompt steckten wir auch fest und ich sah mich bereits im Regen auf der Osterinsel den Rest meines Lebens fristen, zum Glück schafften wir es dann doch, im wahrsten Sinne des Wortes, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.
Der Besuch bei einer seit 14 Jahren auf der Insel lebenden Deutschen, die hier mit einem Rapa-Nui verheiratet ist und sehr einfach ein einem selbsterbauten Steinhaus ohne Strom und fließend Wasser im Landesinneren wohnt, brachte mir einen interessanten Einblick in das heutige Leben und Gesellschaft der Insel.
Der Besuch bei einer seit 14 Jahren auf der Insel lebenden Deutschen, die hier mit einem Rapa-Nui verheiratet ist und sehr einfach ein einem selbsterbauten Steinhaus ohne Strom und fließend Wasser im Landesinneren wohnt, brachte mir einen interessanten Einblick in das heutige Leben und Gesellschaft der Insel.
Zum Ende der Woche klarte dann doch noch das Wetter etwas auf und der Tag brachte lediglich kleine Regenschauer. Ich machte einen langen Spaziergang um die Statuen in der Nähe von Hanga-Roa, dem Ort hier, zu sehen. Sogar ein spektakulärer Sonnenuntergang sprang dabei raus.
Selbst die Sterne zeigten sich in der Nacht und dabei entstand die tolle Nachtaufnahme, die ihr oben seht. Ein spektakuläre Foto, das nun leider nicht von mir, aber wenigstens mit meiner Unterstützung gemacht wurde.
Selbst die Sterne zeigten sich in der Nacht und dabei entstand die tolle Nachtaufnahme, die ihr oben seht. Ein spektakuläre Foto, das nun leider nicht von mir, aber wenigstens mit meiner Unterstützung gemacht wurde.
Am letzten Tag brach ich mit Tamma, der Tochter des Hostels, zu einem “kleine” Spaziergang auf. 3 Stunden später erreichten wir den Krater von Orongo. Das Wetter verpasste mir einen Sonnenbrand und endlich hatte ich etwas Bewegung, als wir dann aber versuchten, in den Krater hinabzuklettern, gaben wir auf halber Strecke auf. Zu rutschig war der steile Weg nach dem Regen. Die Vegetation, die sich im Krater befindet ist erstaunlich, fast fühle ich mich wie im Regenwald.
Der Vorteil, wenn man mit Locals unterwegs ist, ist dass wir auf dem Rückweg einfach einen Freund von Tamma trafen, der uns den zurück ins Dorf mitnahm.
Der Vorteil, wenn man mit Locals unterwegs ist, ist dass wir auf dem Rückweg einfach einen Freund von Tamma trafen, der uns den zurück ins Dorf mitnahm.
Jetzt ist mein 8tägiger Aufenthalt auf der Osterinsel zu Ende und mein Resümee ist durchwachsen. Die Kultur mit ihren Moais, fremden Traditionen und seltsamen Riten ist spektakulär. Die Rapa Nui waren zu Beginn zwar etwas zurückhaltend, zum Schluss meines Aufenthaltes fühlte ich mich fast wie ein Familienmitglied der Hostelfamilie. Die Tänze, Körperbemalungen, Sprache und Kunst dieser Menschen sind wunderschön und ich habe in der kurzen Zeit viel neues kennen gelernt und dabei tolle Menschen getroffen.
Nun hatte ich leider Pech mit dem Wetter und kann im nachhinein sagen, dass 8 Tage zu lang für Rapa Nui sind. Doch im großen und ganzen ein absolut sehenswürdiges Fleckchen Erde, das vielleicht mehr als einen Besuch wert ist. (Vogelmann, ich freu mich drauf!)
Doch jetzt freue ich mich auf Santiago und die Annehmlichkeiten der Festlandes. Internet, Wäscherei, bezahlbares Essen und etwas mehr Komfort - Dinge, die ich auf dieser Reise immer mehr zu schätzen lerne.
Bis dahin: Oranja!
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Nun hatte ich leider Pech mit dem Wetter und kann im nachhinein sagen, dass 8 Tage zu lang für Rapa Nui sind. Doch im großen und ganzen ein absolut sehenswürdiges Fleckchen Erde, das vielleicht mehr als einen Besuch wert ist. (Vogelmann, ich freu mich drauf!)
Doch jetzt freue ich mich auf Santiago und die Annehmlichkeiten der Festlandes. Internet, Wäscherei, bezahlbares Essen und etwas mehr Komfort - Dinge, die ich auf dieser Reise immer mehr zu schätzen lerne.
Bis dahin: Oranja!
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