Finale. Nass bis auf die Unnabüx

Iguazu-Wasserfälle
Iguazu-Wasserfälle

Buenos Aires, 10.12.2009

Ein Highlight zum Schluss: Die Wasserfälle von Iguazu.
Im nördlichsten Zipfel Argentiniens, an der Grenze zu Brasilien, liegen die größten, sprich breitesten, Wasserfälle der Welt.
Nachdem ich mal wieder mit dem Bus gute 18 Stunden durch die wörtliche zu nehmende Pampa, Richtung Norden gefahren war, erreichte ich den unglaublich schwülen Ort Puerto Iguazu.
Obwohl mein Rucksack leichter als sonst war, ich konnte einen großen Teil meiner Sachen im Hostel in Buenos Aires lassen, war ich froh, direkt gegenüber vom Busterminal ein Hostel zu finden, das mir für 3 Nächte Unterkunft sein sollte.
Da mich mal wieder eine Erkältung erwischt hatte, ließ ich es zunächst langsam angehen und versuchte, leider erfolglos, mich an die Wärme zu gewöhnen.

Dafür bietet die schwüle Wärme eine großartige Vorraussetzung für eine große und bunte Anzahl von Schmetterlingen, Kolibries, Tapiren und Affen - leider aber natürlich auch für Mücken. Die Blutsauger sind hier noch agressiver als sonst wo und schon nach wenigen Stunden war ich trotz Anti-Mücken-Spray mit einer Vielzahl von Stichen übersäht, die nicht nur jucken sondern zu schmerzhafen Schwellungen führen.
Trotz der widrigen Umstände machte ich mich am folgenden Tag natürlich auf, zunächst die brasilianische Seite der Wasserfälle zu bewundern.

Da die meisten der Sturzbäche auf argentinischem Gebiet liegen, bekommt man von der brasilianischen Seite einen bessern Überblick.
Mit dem öffentlichen Bus ging es zunächst über die Grenze und nachdem ich mit langer Wartezeit umgestiegen war, erreichte ich die Foz Icuazu. Portugisisch ist einfach noch unverständlicher als Spanisch.
Endlich im Park angekommen ist der Ausblick gigantisch und am "Teufelsschlund" ragt ein Steg nahe an einen der größten Wasserfälle, so dass man dicht an die herabstürzenden Wassermassen heran kann - allerdings nicht ohne vollständig nass zu werden.
Die Luft ist von feinem Regenstaub bis zu dicken Tropfen erfüllt und die kühle Dusche tut in der Hitze ganz gut.

Der nächste Tag war dann für die andere Seite reserviert. Wieder ging es mit dem Bus zum Park, diesmal aber natürlich ohne Grenzüberquerung und darum auch schneller und einfacher.
Die argentinische Seite bietet noch spektakulärere Ausblicke. Man kommt ganz nah an die unzähligen Wasserkaskaden und wieder war ich bis auf die Knochen nass.
Kaum getrocknet machte ich mich mit einem kleinen Boot auf, ganz nah an die prasselnden Wassermassen zufahren. Ein atemberaubendes Erlebnis, das natürlich wieder eine kalte Dusche für mich bereit hielt.

Der abschließende Spaziergang an der Absturzkante der Wasserfälle sollte dann der trockene Abschluss bei diesem wunderschönen Naturspektakel sein. Leider hatte ich die Rechnung ohne den Tropenregen gemacht, der, kaum war ich halbwegs trocken, prasselnd auf mich hernieder ging.
Nass, aber zufrieden erreichte ich am späten Nachmittag mein Hostel und freute mich auf eine richtige Dusche.
Hier gibt es noch mehr Wasser!

Der nächste Tag war mal wieder mit Busfahren gefüllt. Ich glaube, ich will in meinem Leben nie wieder einen Bus besteigen. Obwohl ich fairer Weise sagen muss, dass die Busse hier wesentlich bequemer, mehr Beinfreiheit als im Flugzeug(!) und mit einem guten Service, sprich Getränke und Snacks, die gereicht werden, ausgestattet sind.
Jetzt bin ich zurück in Buenos Aires und versuche bei 30 Grad meine Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Weihnachtsstimmung kommt zwar kaum auf, aber ich bin mir sicher, dass sich das am Samstag ändern wird.
Morgen Nachmittag geht es zurück nach Köln!
Über 3 Monate bin ich nun unterwegs und ich freu mich darauf, zurück zu kehren.
Bestimmt wird es irgendwann hier noch einige Nachträge geben, bis dahin sag ich erstmal "Chao" und "Danke" an alle, die meine Seite gelesen haben, mir Nachrichten geschickt haben und zuhause die Stellung gehalten haben.
Bis bald, freu mich auf euch und besonders auch dich! Danke fürs Warten!

Buenos Aires : Tagedieb

Puerto Iguazu, 07.12.2009

Zunächst berichte ich euch von Buenos Aires: die schönste Hauptstadt Südamerikas im Steak, Tango, Fußball und Rotwein- Rausch.
Die Stadt, die einem die Tage stiehlt und dafür Nächte schenkt.
Zunächst hatte ich etwas Pech mit dem Hostel, einfach zu laut und ständig Party, dafür traf ich Kelly, meine Wanderpartnerin, und Andrea, eine Schweizerin. Wir erkundeten die Straßen, Plätze und Gebäude der Hauptstadt und am Samstag feierten wir Kellys Geburtstag mit einem anständigen Steak.

Die Steaks hier sind einfach bemerkenswert, ich weiß nicht, was die Argentinier machen, aber sie machen es richtig.
Dazu kann man beim Essen Tangotänzer bewundern, die zur melancholischen Tangomusik diesen faszinierenden Tanz darbieten.
Die Tage vegehen in Buenos Aires wie im Flug und ehe ich mich versah, war schon Sonntag.

Manu Chao spielte! Für mich und 15ooo anderen Konzertbesuchern spielte er in einem Fußballstadion openair. Die Stimmung war unglaublich. Von der ersten Sekunde an wurde wild getanzt. Selbst das Wetter hatte ein Einsehen und der Dauerregen des Tages verabschiedete sich.
Noch im Musikrausch konnte mich dann nicht schocken, dass der Rückweg eine Ewigkeit dauerte, aber immerhin fahren die Busse in Buenos Aires die ganze Nacht hindurch.
Die Stadt, die nicht schläft. Spät Abends sind die Restaurants voll besetzt, die Cafes haben keinen Tisch mehr frei und die Menschen spazieren über die großen Avenidas oder durch die unzähligen Parks.
Doch natürlich darf man nicht vergessen, dass man sich in einer Großstadt mit allen Nebenwirkungen befindet. So wurde uns ein 1oo Pesos-Schein auf offener Straße aus der Hand gerissen, so schnell, dass ich den Vorgang kaum bemerkte. Nun ist dies ein zu verschmerzender Verlust aber ein guter Weckruf gewesen, denn es hätte sich um weit wichtiger Werte handeln können.
Nach 4 lauten Nächten checkte ich dann in ein ruhiges, gemütliches Hostel und genoss für 4 weiter Tage einfach die Stadt.
Am Samstag setzte ich mich zu Abwechslung mal wieder für Stunden in einen Bus. Diesemal mit dem Ziel Puerto Iguazu im nördlichsten Zipfel an der Grenze zu Brasilien.
Wie man innerhalb eines Tages mehrfach bin auf die Knochen nass werden kann und es auch noch gut findet, berichte ich euch bei nächsten Mal. Morgen geht es erstmal zurück in meine neue Lieblingsstadt.