Das Sabbatjahr von Anja Hoogstoel

Hier gibt es einige Antworten. z.B. auf die Fragen:
Was ist ein Sabbatjahr?
Warum macht man ein Sabbatjahr?
Was sollte man beim Sabbatjahr bedenken?
und, und, und....

Was ist ein Sabbatjahr?

Wie so oft ist uns hier das englischsprachige Ausland Vorbild und Namensgeber. Das "sabbatical year" ist in den USA und GB eine weitverbreitete Möglichkeit, welche Berufstätige für Weiterbildung oder Verwirklichung persönlicher Pläne nutzen.
Der Name leitet sich von "Sabbat" ab, der den 6. Tag der Woche, den Ruhetag, bezeichnet.
In diesem Fall geht es allerdings um Jahre:

Der Arbeitnehmer spart über einen Zeitraum Geld oder Mehrarbeit an um diese dann "am Stück" in Form von bezahlter "Freizeit" zu nehmen. Und das ist ja das großartige an diesem Modell - ich bin weiterhin Beschäftigte, mit Einkommen, Versicherungsschutz und der Garantie, an meinen Arbeitsplatz zurück kehren zu können...was will man mehr?

Leider ist das Sabbatjahr häufig Lehrern vorbehalten, es wurde als "Beschäftigungspolitisches Modell" während der "Lehrerschwemme" eingeführt (lange ist es her...), aber immer mehr Arbeitsgeber erkennen den positiven Aspekt dieser "Teilzeitform" und zeigen sich gesprächsbereit.

Für Lehrer in NRW gilt:
Antrag bei der Bezirksregierung holen - entscheiden, über welchen Zeitraum angespart werden soll (2/3 bis 6/7 Jahre) - Schulleitung überzeugen und unterschreiben lassen - Antrag bis zum 01.02 eines Jahres einreichen und dann geht es ab August los... wenn auch zunächst mit Arbeit und reduziertem Einkommen, aber einer enormen Motivation und dem Ausblick auf ein Jahr "Zeit"!

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Warum macht man ein Sabbatjahr?

Warum wird man Lehrer?
Weil man Kinder und Jugendliche mag?
Weil man die Zukunft folgender Generationen mitgestalten kann?
Weil man unterrichten und erziehen möchte?
Weil man Kontakt mit jungen Menschen hat und so jung bleibt?
Ja, bestimmt etwas von allem.

Weil man sein Arbeitspensum individuell bewätigen kann?
Weil man Beamter ist?
Weil man viele Ferien hat?
Ja, spielt auch eine Rolle.

Für mich gab es noch einen Grund: Das Sabbatjahr!

Bereits nach der 10. Klasse ging ich für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Brüssel. Nach meinem Referendariat unterrichtete ich ein Jahr in Pusan, Süd-Korea, danach besuchte ich Thailand, Kambodscha, Australien und die USA.

Sprachen, Menschen, Kulturen - das sind Dinge, die mich interessieren, begeistern und inspirieren... und wie könnte man diese Dinge besser kennenlernen, als durch reisen?

Viele haben mich gefragt, ob ich mich "selbst verwirklichen" wolle oder "auf der Suche sei" oder ein "burn-out" hätte oder sonstige Vermutungen angestellt.

Ich habe mich schon "gefunden".
Ich habe meinen Lebensmittelpunkt in Köln gefunden, einen wunderbaren Lebensgefährten, gute Freunde, Familie und meinen Beruf.
Ich arbeite gerne als Lehrerin, auch wenn es manchmal schwierig ist, wollte ich keinen einen anderen Beruf ausüben.

Aber:
"Reisen öffnet Fenster in der Seele ohne andere Fenster zu schließen."

Für mich der beste Grund ein Sabbatjahr zu nehmen und zu reisen.

Was sollte man beim Sabbatjahr bedenken?

Nun, wenn man sich entscheidet, ein Sabbatjahr zu nehmen, weiß man vermutlich schon, was man mit der angesparten Zeit anstellen will.
Da gibt es natürlich, wie bei mir, den Wunsch nach langen Reisen, aber auch den Plan ein Haus zu bauen oder zu renovieren, sich um die Familie kümmern zu können oder eine zusätzliche Qualifikation zu erwerben. Eins sollte einem klar sein - ein Jahr ist eine lange Zeit, in der ein wichtiger, ordnungsgebender Faktor, sprich die geregelte Arbeit, weg fällt. Ein großartiger Aspekt, aber einer, den man nicht unterschätzen sollte.

Ganz zu Beginn der Planung steht eindeutig die Frage, wie lange gespart werden soll. Für Lehrer in NRW gibt es die Varianten von 2 Jahren ansparen, das dritte Jahr aussetzten, bis hin zu 6 Jahre ansparen und das 7. Jahr frei zu haben. Entscheidend sind hier bestimmt die zu erwartende finanziellen Einbußen, die je nach Modell ziemlich heftig ausfallen können.