Palaeste, IT-Wahn und Reisfelderidyll

Hampi/Virupapur 11.08.2010

Dass ich so lange von mir nichts hoeren hab lassen ist in diesem Fall nicht nur die Schuld der schlechten indischen Rechner, ich war unterwegs... und hab die Sonne genossen!

In Varakala hatten wir unglaubliches Glueck, kein Regentag waehrend unserer 4 Tage, dafuer - ok, nach einem richtigen Reinfall - ein wunderschoenes Zimmer mit Blakon und Blick auf die tosende arabische See. Der Strand an den roten Klippen war zwar monsumbeding geschrumpft und die sehr starke Stroemung hielt uns vom Baden ab - unserer Laune tat dies aber nicht den geringsten Abbruch und so schlenderten wir zwischen gemueltichen Cafes, kleinen Andenkenbuden und Strand hin und her und genosse eine unverhofft gute Badeortzeit.

Aber irgendwann muss auch der gemuetlichste Ort verlassen werden und wir machten uns auf nach Mysore. Zunaechst per Zug (ich werde demnaechst noch eine ausfuehrliche Beschreibung der Rail India liefern, sie ist es wert!)durch die Nacht in einen "Ort-ohne-Namen". Dort in aller Freuhe mit dem klassichen Tuc-tuc zum Busbahnhof und im Gewuehl den richtigen Bus finden, der uns weitere 6 Stunden durchschaukeln wuerde, ohne wirklich Platz fuer unsere mittleweile ueberdimensinalen Ruecksaecke zu bieten. Aber entgegen aller Vermutungen erreichten wir am fruehen Nachmittag unser Ziel.

In Mysore quartierten wir uns in ein ueberteuertes, aber zentrales Hotel ein und machten uns trotz Uebermuedung auf, den Palast zu besichtigen und die Stadt zu erkunden. Ausserdem war Schluss mit dem Widerstand gegen indische Kleider und endlich rang ich mich doch durch mir eine Kurtha zuzulegen, die geandert am naechsten Tag abgeholt wurde. Wer genau wissen will, wie das aussieht muss dann mal bei mir vorbei kommen, soviel sei aber gesagt, es ist kein Sari!

Am naechsten Tag fing uns mal wieder einer dieser netten jungen Maenner ab, die voellig "uneigennuetzig" die Stadt zeigen wollen und schwupp sassen wir in einer Raeucherstaebchen- und Oelfabrik. Nach einer kleinen Kauforgie meiner Mitreisenden machten wir uns zum Busbahnhof auf und wieder ging es holperig weiter, diesmal nach Bangalore.
Die Hauptstadt des Internets und der IT-Experten liegt hinter einem grossen Stau... immer. Die Strassen sind verstopft und Abgase, Staub und Dreck nehmen einem Atem und manchmal die Sicht.
Totzdem lohnt sich der Einblick in dieses moderne Indien, die Menschen sind liberal, an jeder Ecke gibt es westliche Kleidung, Essen und Musik, die Frauen duerfen in vernuenftigen Berufen arbeiten und ihr Leben mit entscheiden. (Fast immer)
Doch nach einer Nacht war ich froh, dieses Chaos auch wieder verlassen zu koennen und wir fuhren in unseren letzten Zwischenstopp.

Hampi, ein heiliger Hindu-Ort, der zwischen surreal anmuten Steinbrocken, Reisfeldern und Bananenplantagen malerisch an einem Flusslauf liegt. In der Umgebung gibt es unzaeligen Tempelruinen eines untergegangen, besser gesagt: besiegtem und geschliffenen, Reiches.
Dadurch, dass Hampi selbst ein heiliger Ort ist, gibt es dort nach strengen Regeln werder Fleisch noch Alkohol, ausserdem ist es recht voll und hecktisch, was uns dazu veranlasste, auf die etwas ruhigere Flussseite zu ziehen. Der Ort Virupapur ist ueber ein kleines Faehrboot zu erreichen und sofort ist man in einer ruhigen und stillen Oase - mitten in dieser Oase liegt unser Guesthouse.

So geniesse ich die letzten Tage in Indien, am 13.08 geht unser Nachtbus nach Mumbai und bald darauf bin ich schon wieder zuhause.
Ich freu mich auf meiner Familie und Freunde, und auf Dinge, die ich ohne solche eine Reisen gar nicht schaetzen wuerde.
Wer Interesse hat, sollte hier noch mal reinschauen, da ich hoffentlich Bilder hochladen kann und bestimmt noch der ein oder andere Nachschlag zu Reise und Sabbatjahr hier zu lesen sein wird.
Bis dahin... danke fuers Lesen!

Ich muss durch den Monsum...

Kerala - Kochi, 29.07.2010

Der Monsum hat uns hier fest im Griff. Alles ist klamm, die Hauswaende sind mit Moos bewachsen, die Kleidung wird nie richtig trocken und ohne Regenschirm geht gar nicht - aber die Laune ist super.
Von Mumbai ging es zunaechst nach Panajim, die Landeshauptstadt des Ferienstaates Goa. Der portugiesische Einfluss ist unverkennbar, enge Gaesschen, Marienkappellen und grosse Kirchen findet man an jeder Ecke. Auch die Speisekarten der Restaurants zeigen die suedeuropaeischen Einfluesse.
Leider regnete es so viel und heftig, dass wir es nicht einmal zu den bekannten Staenden schafften und genossen so ehr die Zeit in unserem schnuckeligen Guesthouse, beim Bummel durch den verhaeltnissmaessig ruhigen Ort oder in der ein oder anderen Bar. Goa ist durch den westlichen Einfluss wesentlich liberaler und entstannter als der Norden. Dennoch war natuerlich ein Besuch in "Old-Goa" unabdingbar und es ist schon verwirrend, durch die alten Kirchen und Kathedralen der verlorenen Stadt zu wandern und dabei zu wissen, dass man in Indien ist.
Nach 4 ruhigen Tagen ging es dann weiter nach Kochi, weiter im Sueden in Kerala. Nach einer Wartezeit von lediglich 4,5 Stunden kam auch unser Zug und beinahe haetten wir es bis in unser Abteil geschafft, bevor der ewig lange Eisenlindwurm sich wieder in Bewegung setzte... aber eben auch nur beinahe... so standen wir, nachdem wir aufgesprungen waren, gefangen zwischen der Zugkueche und zwei Klos fuer langsame 30 Kilometer und dass Nachts um 1 Uhr.
Nachdem wir dann endlich unsere reservierten Betten einnehmen konnten verlief wenigestens der Rest der Reise unspektakulaer und in Kochi erwartete uns seit Tagen zum ersten Mal wieder die Sonne.
Das Zimmer in Fort Kochi hatte jedoch nicht die Kraft sich gegen die Feuchtigkeit zu behaupten und nach einer schimmeligen Nacht fanden wir ein Kleinod fuer den weitern Aufenthalt.
Kochi ist fuer seine alten chinesischen Fischernetze beruehmt und es ist unglaublich interessant, den Fischersleuten bei ihrer anstrengenden Arbeit zu zu sehen. Auch sonst ist der Ort sehr schoen und bietet dem aufkommenden Touristenstrom, noch ist es nicht zur vollen Groesse erwachsen und es ist noch relativ ruhig, einiges. So besuchten wir eine keraler Tempeltanzshow und fuhren fuer einen Tag in die "backwaters", ein unueberschaubares Kanalsystem, voller interessanter Eindruecke.
Der 2 Tagestrip nach Munar, mitten in stattgruenen Teeplantagen, lohnte sich trotz des einsetzenden Regens aus jeden Fall. Die 2900 Meter hohe Stadt selbst ist ein Paradebeispiel fuer indisch-chaotische Orte, aber der Anblick von Teefeldern, soweit das Auge reicht, begleitet von wunderbaren keraler Mahlzeiten war ein unvergessliches Erlebnis.
Morgen nun machen wir uns trotz des Regens auf, doch noch etwas Strand zu erleben und es geht nach Varakala. Hoffentlich gibt es den ein oder anderen regenfreien Tag, ich werde es auf jeden Fall berichten.

Back to reality...back to India!

Mumbai, 16.07.2010
Die letzten Tage habe ich zwar mehr in Bus und Zug verbracht, dafuer aber auch eine Menge erlebt.
Varanasi, die Stadt am Ganges, war ein echtes highlight. Viele Reisende warnten mich vor dem Chaos und dem Dreck - doch ich hab fast nur nette Menschen getroffen und... na gut, in einem Land, in dem die Kuehe heilig sind und durch die Strassen laufen, moechte man tatsaechlich manchmal "schweben".
Fuer die Hindus ist Varanasi jedenfalls soetwas wie "Mekka". Nach dem Tod dort am Ghat verbrannt und als Asche im Ganges verstreut zu werden, verspricht die hoechsten Chancen, "gereinigt" zu werden.
Das das Verbrennen oeffentlich stattfindet, immer 6-8 Leichen geleichzeitig brennen... rund-um-die-Uhr... und die 40 Kilo Holz pro Person (incl. Person) ganz schoenen Rauch verursachen, Koerpersaefte explodieren lassen und Asche in die Luft wirbeln, ist wohl nur fuer die auslaendischen Touristen befremdlich, besonders, wenn man, wie ich, ein Hotel am "burning ghat" hat und auf der Dachterasse fruehstuecken moechte.... graeucherter Hindu steht zwar nicht auf der Karte, koennte aber auf dem Teller landen.
Spass beiseite, der Ganges muss eine Menge schlucken. Neben den organischen Normalitaeten, die Menschen waschen sich, baden, putzen sich sogar die Zaehne, fuehren ihre religoesen Riten durch, waschen ihre Ochsen, waschen ihre Waesche und verrichten alles andere auch in den Fluss, gibt es alleine um Varanasi 5 grosse Fabriken, die ihre ungeklaerten Abwasser in diesen heiligen Strom leiten duerfen - ein klassisches indisches Paradox.
Meinen zweiten Tag nutze ich um zur "Geburtsstaette" des Buddismus zu fahren. Ein kleiner Ort, 10 Kilometer von Varanasi enfernt, in dem Budda zum erstenmal von seinem Weg zur Erleuchtung erzaehlte und zu "Schuelern" sprach. Leider ist von dem urspruenglichem Kloster und den alten Anlagen kaum etwas erhalten, trotzdem genoss ich die Ruhe und das Doerfliche, was sich immer als entspannend zur quirligen indischen Stadt abhebt.
Der naechste Morgen kam frueh - Zugfahren nach Mumbai. Mit 5 postpubertierenden Indern ein Schalfabteil zu teilen ist zwar eine Herausforderung, aber auch irgendwie lustig. Relativ ausgeschlafen kam ich so nach 28 Stunden hier in Mumbai an... leider am entlegensten Bahnhof der Stadt - die monstroes ist. Um es kurz zu machen, die Stadt ist teuer, dafuer aber mit einem besonderen Charme versehen, die Menschen sind wesentlich offener und liberaler - kaum jemand starrt dich auf der Strasse an und die jungen Frauen tragen Jeans und Shirts statt der unpraktischen Saris. Ich geniesse jedenfalls das moderne, urbane Indien.
Ab morgen reise ich dann nicht mehr alleine, Katrin kommt und wir werden dann gemeinsam den Sueden unsicher machen. Bis dahin!

7 Jahre in Tibet... oder 3 Wochen in Mc Leod

Mc Leod, 10.07.2010

Ich bin eben eine "langsam Reisende". Doch nach nun knapp 3 Wochen hier in Mc Loed breche ich dann morgen mein Zelt hier ab und werde mich fuer gefuehlte 100000 Stunden mit Bus und Bahn nach Varanasi aufmachen.
Die Flucht vor Hitze und dem prallen indischen Leben hat gut funktioniert: Das Himalaya Dorf ist eine enspannte Enklave im chaotischen Indien, die Menschen sind zurueckhaltend und freundlich, das Wetter hier in den Bergen laesst einen druchschlafen und der Touristenstrom ist gross genug um alle moeglichen Cafes, Laeden, Restaurants und Bars am Leben zu halten, die uns mit grossartigem Kaffee, Pizza und kleinen "Belohnungen" das Leben versuessen.
Der Dalai Lama hat mir zwar keine persoenliche Audienz gewaehrt, dafuer konnte ich an seinem Geburtstag die Festlichkeiten, leider bei stroemenden Regen, miterleben. Im Tempel wurde getanzt und gesungen, Kinder in traditionellen Kleidern fuehrten Szenen auf, der ganze Ort war von einer festlichen Stimmung erfasst und zum ersten Mal, seit ich in Indien bin, sah ich geschlossene Geschaefte.... Ein Sonntagsgefuehl!
Dass das deutsche Team am Abend das Finale verpasste, fiel da dann nicht mehr so stark in Gewicht... das Publikum in "meiner Stammkneipe" feierte trotzdem, auch wenn fast bei dem ein oder anderem Landsmann Traenen geflossen waeren.
So goenne ich mir heute Abend noch das "kleine Finale" und sitze dann morgen im Bus, dann im Zug und dann vermutlich in der chaotischten Stadt des Subkontinents: Varanasi, die heilige Stadt der Hindu am Ganges...
Gerne wuerde ich euch mit Bildern versorgen, aber entweder ist das Internet zu lahm, das Programm spinnt oder es gibt einen Stromausfall. Darum: Bilder gibt es spaeter!

Treffen mit dem Dalai Lama?!

24.06.10 Mc Leod Ganj

Von Fatepur ging es dann in einer anstrengenden Busfahrt zunaechst zureuck nach Agra und dann ueber Nacht mit dem Zug nach Amritsar. Obwohl ich einige Stunden weiter noerdlich ankam aenderte sich an der Hitze nichts, im Gegenteil, es wurde nur noch schlimmer, die 46Gradmarke wurde locker genknackt.

Dafuer hat die Stadt einiges zu bieten, der "Goldene Tempel", das wichtigeste Heiligtum fuer die Siks ist, ist wunderschoen. Der von Wasser umgebene, vergoldete Tempel ist mit 750 Kilo purem Gold bedeckt und leuchte in der Sonne. Die Glaeubigen baden im marmorumfassten See und beten, die Gebete der Oshos werden aus dem Tempelinneren per Lautsprecher ueber das Tempelgelaende ausgestrahlt und es herrscht eine angenehme Stimmung.
Ehrlich? Ich finde dieser Tempel ist schoener und beeindruckender als der Taj.

Am Abend wohne ich dann einer der eigenartigsten Demonstration von Nationalismus bei. Die Grenzschliessung zwischen Indien und Pakistan. Menschenmassen stroemen auf beiden Steiten in der sengenden Hitze zusammen. Auf Blickweite zum verhassten Nachbarn feiern die Inder ihr Land mit Sprechchoeren, Fahnenschwenken und Taenzen - dann beginnt das Theater: Aufwaendig gewandetet Soldaten maschieren auf und ab, dabei werfen sie ihre Beine so hoch in die Luft, dass man fast Angst bekommt, sie treten sich selbst k.o. Nach einer halben Stunde, mehr oder weniger puenktlich zum Sonnenuntergang, ist die Grenze dann dicht und die 30 Kilometer zureuck steht man im Stau.
Einige Nationalisten verpassen keine dieser Shows...

Die drei Tage in Amritsar verbringen ich dann zwischen Besichtigungen und Klimaanlagen-Cafes. Am Dienstag mache ich mich dann mit dem Bus nach Dharamsala/McLeod auf. Die Exilhauptstadt des Tibets. Die Berge des Himalayas tauchen irgendwann auf und die bruetende Hitze des Bundesstaates Punjab weicht einer frischen Brise.
Das Dorf Mc Leod liegt etwas ueberhalb von Dharamsala und dient dem Dalia Lama als Regierungssitz. So sieht man auf den Strassen jetzt die rotgewandeten Moenche und die Bewohner haben asiatischere Gesichtszuege. Die Stadt ist entspannter und weniger anstrengend.
Die Touristen kommen hier her um zum einem der Hitze auszuweichen, aber auch um Yoga und aehnliches zu praktiziern. Ich reihe mich in diese Gruppe ein und belegen eine Kurs fuer tibetanische Massage und besuche eine Yogaklasse.

Gestern Abend dann wollte ich endlich ein Weltmeisterschafts-Fussballspiel, Deutschland-Ghana, sehen - eine Herausforderung. Durch die Zeitverschiebung ist Anpfiff um 24 Uhr, da sind die Bars und Kneipen eigendlich geschlossen - ich finde aber 3 Deutsche, die wissen, wo geschaut wird. Wir sitzen also gemuetlich in einer "illegalen" Bar und erwarten das Spiel... Stromausfall! Die gesamte Spielzeit sitze ich also mit Kerzen im Dunkeln, wir quatschen ueber alles moegliche, werden aber zum Glueck per sms aus Deutschland ueber den Spielstand auf dem Laufenden gehalten - ein wahrhaft aufregendes Spiel.

Ich geniesse diesen Ort so sehr, dass ich mich schwer tue, weiter Plaene zu machen und werde wohl erst noch ein wenige hier entspannen.

Wueste und Hitze im Maharadscha-Land

17.06.2010 Fatehpur Sikri

Wer haette gedacht, dass das aufstrebende Indien, wo angeblich die Informatiker an den Baeumen wachsen und jeder ein Computergenie ist, es so schwierig ist, das Internet zu benutzen.
Leider kann ich euch keine Bilder meiner ersten Indienerfahrungen hochladen, aber euch trotdem kurz auf den neusten Stand bringen.
Nachedem ich erfolgreich aus Delhi gefluechtet war, bekam ich in Jaipur vorlauefiges Asyl. Die Hauptstadt vom Wuestenstaat Rajastan biete jede Menge, am bemerkenswertesten ist aber bestimmt die pinke gestrichene Stadtmauer. 1876 liess der Maharadscha die Farbe des "Willkommens" ueberall fuer den Besuch vom damaligen Prinz von Wales verstreichen - heute wirkt es schon befremdlich durch eine rosa Stadt zu streifen.
Von Jaipur ging es weiter nach Pushkar, ein Wuestenort, der angelblich enstandt, als Brahma, der Weltschoepfer eine Lotusbluete fallen liess.
Das Dorf ist wesentlich ruhiger und man kann fast ohne staendig angesprochen zu werden, die vielen Tempel und Ghats betrachten. Der heilige See der Oase ist jedoch fast ausgetrocknet.
Nach 3 entspannten Naechten in einem wunderschoenen Hotel ging es mit dem Zug nach Agra.
Die indische Eisenbahn ist ein Kapitel fuer sich, das Tempo macht einen wahsinnig, fast koennte man nebenher laufen, staendig haelt der Zug und Gegenzuege muessen passieren. Die Wagons, die keine Klimaaanlage haben, und deshalb guenstiger sind, platzen aus allen Naehten und tasaechlich weichen Passagiere auf die Daecher aus. Trotzdem ist es die angenehmste und zuverlaessigste Art zu reisen, besonders, da ich mir den Klimaanlagenluxus goennen kann.
In Agra ging es heute morgen zum Sonnenaufgang um 6.00 Uhr dann zum Taj Mahal, das "schoenste Gebaeude" der Welt ist tasaechlich unglaublich und macht sprachlos.
Am Nachmittag setzte ich mich dann in den local Bus um 40 Kilometer nach Fatehpur Sikri zu fahren, eine "verlorene" Mogulenhauptstadt, die von Akbar erbaut, nach seinem Tot aber wegen Wassermangel aufgegeben wurde. Die alten Palaeste und Plaetze vermittlen aber heute noch die Groesse und Macht dieser Zeit.
Die Nacht werde ich nun in diesem Dorf verbringen, glaubt aber nicht, dass man jemals alleine ist oder mal niemanden sieht - dieses Land ist tasaechlich ueberbevoelkert. Die Menschenmassen sind unvorstellbar, hienzu kommt, dass ich als Frau wohl ein gefundenes Fressen fuer jeden Haendler, Bettler oder sonstwas bin und kaum einen Schritt unangesprochen aus dem Hotel machen kann. Aber mittlerweile kann ich mich ganz gut erwahren.
Morgen geht es mit dem Nachtzug in den Norden, nach Amritar. Der Norden verspricht etwas Abkuehlung zu den aktuellen 43 Grad, um 18 Uhr, und die goldenen Tempel der Stadt muessen wunderschoen sein.
Ich hoffe, dass ich euch bald auch mit Bildern und weitern Berichten versorgen kann.

In Indien gelandet

09.06.2010 Neu Delhi

Die Stadt ist laut, dreckig, bunt, aufdringlich, voll... es stinkt und duftet.
Obwohl ich seit dem 07. hier bin, kann ich mich kaum an die Lebensweise hier gewoehnen. Morgen ziehe ich weiter nach Jaipur, Rajasthan, aber ich glaube kaum, dass es dort einfacher wird.
Die Entscheidung ohne Laptop zu reisen war zumindest was die Seitenbetreuung angegeht nicht so klug, ihr werdet leider nur selten auf den neusten Stand gebracht.

Jetzt gehe ich wieder raus, heute ist es zum ersten Mal heiss und ich werde mich durch den Staub ins Hotel zurueck kaempfen.
Schaut einfach bei Gelegenheit mal rein, vielleicht schaff ich es , zwischendruch mal etwas ausfuehrlicher zu schreiben.

Liebe Gruesse aus Delhi